Aus der Krimiwerkstatt: Anbaden in Binz – erfunden und wahr

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An einem 1. Mai am Strand von Binz entstand die Idee für den Rügen-Krimi Wer ohne Schuld ist. Eine Szene hatte ich damals von meinem Strandkorb aus direkt vor Augen. Das »Anbaden der Binzer & Gäste«, wie es offiziell heißt, zur Eröffnung der Badesaison. Bei rund sieben Grad Wassertemperatur dürfte es noch ein wenig dauern, bis eine nennenswerte Zahl von Urlaubern sich länger im Wasser tummelt. Das Anbaden ist jedoch ein großer Spaß für die Beteiligten wie die Zuschauer. Hier meine Impressionen vom 1. Mai 2018.

Ich nahm mir die Freiheit, das Anbaden nach Puthagen zu verlegen. Und in meiner kriminellen Fantasie verlief das Spektakel etwas anders als üblich.

Die Stimme des Moderators plärrte aus den Lautsprechern. Er hieß die Gäste willkommen und begann dann von zehn herunterzuzählen. Die Menge unterstützte ihn, bildete eine Gasse und unter den Rufen drei – zwei – eins liefen die Badewilligen zwischen den zur La-Ola-Welle schwingenden Armen in die sanft plätschernde Ostsee. Anna fröstelte allein vom Zusehen, sie beobachtete das Geschehen aus dem Hintergrund. Vierzig bis fünfzig Personen mochten es sein: Gastwirte, Hoteliers und Urlauber. Zum Teil trugen sie historische Badetrikots mit rot-weißen und blau-weißen Querstreifen, ein paar stürmten mit qualmenden Zigarren zwischen den Lippen ins Meer. Während kurz darauf die Ersten schon wieder dem Strand zustrebten, kraulte die Viererbande tatsächlich weit hinaus. Das Wasser spritzte hoch auf, und lautes Kreischen brandete gegen die Musik an. Mia Rösler fotografierte die Gruppe, die es als Einzige noch in den Fluten aushielt. Plötzlich ließ sie die Kamera sinken, stutzte, schien zu lauschen, drehte sich dann abrupt um und kam aus dem Wasser gerannt. Mit den Armen wedelte sie in Richtung der beiden Rettungsschwimmer, die neben dem Zelt standen und plauderten. Die Zuschauer starrten gebannt aufs Meer. »Schnell, da muss etwas passiert sein«, rief die Journalistin. Die jungen Männer sprinteten los, Anna ging näher heran. Kruska und Hans Siebert kämpften sich keuchend vorwärts, sie paddelten jeweils mit einem Arm, mit dem anderen zerrten sie den schweren Körper von Werner Looks mit sich. Ulle Möller schien von hinten zu schieben. Die Haare klebten an den nassen, vor Anstrengung und Kälte dunkelroten Köpfen. Die Retter stürmten ihnen entgegen, griffen zu, zogen Looks ans Ufer und dann lag er wie ein gestrandeter Wal im Sand …

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Sie möchten mehr erfahren? Hier gibt es weitere Informationen zu dem Rügen-Krimi Wer ohne Schuld ist.

 

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Ein Gedanke zu “Aus der Krimiwerkstatt: Anbaden in Binz – erfunden und wahr

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