Lieblingslokal in Binz: Burgergrill »Peter Pane«

Entlang der Binzer Strandpromenade gibt es zahlreiche Restaurants zwischen der von mir sehr geschätzten Strandhalle am einen und dem IFA-Ferienzentrum am anderen Ende. Bei vielen stimmt meiner Ansicht nach das Preis-Leistungsverhältnis nicht. Ich bin bereit, für Qualität auch tiefer in die Tasche zu greifen, werde aber ärgerlich, wenn ich für Steaks mit belanglosen Beilagen aus Tiefkühler und Fritteuse, trockenes Fischfilet, versalzenen Matjes oder eine Sülze mit achtzig Prozent Fett- und zwanzig Prozent Aspik auch noch völlig überhöhte Preise zahlen soll. Deshalb gehört das »Peter Pane« zu meinen Lieblingsadressen in Binz.

Der Burgergrill befindet sich im Dünenhaus, einer 1902 errichteten Villa im italienischen Stil, die zunächst als Luxushotel firmierte. In den 1930er Jahren verbrachten hier Stars wie Lilian Harvey und Willy Fritsch ihren Urlaub. Im 1998 restaurierten Haus eröffnete  ein griechisches Restaurant. Ein paar Jahre später zog »Hans im Glück« ein, die Filiale einer Burgerkette, die ich hier zum ersten Mal besuchte und die mir gut gefiel. Deshalb war ich ziemlich verblüfft, als das Lokal zwei Jahre später »Peter Pane« hieß. Verändert hatte sich nicht viel: In der Innenausstattung waren die Birken- durch Buchenstämme ersetzt worden, und auf dem Klo klang jetzt die Geschichte von Peter Pan, dem Jungen, der nicht erwachsen wurde, aus dem Lautsprecher, und nicht mehr das Märchen »Hans im Glück«.

Im Internet lässt sich die Geschichte dieses Wechsels nachlesen. Patrick Junge, ehemals Franchise-Nehmer, hatte sich mit den Hans-im-Glück-Leuten überworfen und seine eigene Kette gegründet. Von Binz aus – dem ersten Standort – expandierte das Unternehmen inzwischen bis nach Wien. Die offenkundigen Ähnlichkeiten in Konzept und Ausstattung führten zunächst zum Plagiatsvorwurf und zur juristischen Auseinandersetzung. Nach einer weiteren Umgestaltung ist der Rechtsstreit jetzt wohl beigelegt.

Die weitläufige Raumlandschaft mit grüngerankter Tapete, Seilen statt Bäumen und den geschwungenen Holzpaneelen unter der Decke vermittelt eine spielerisch-fantastische Nimmerland-Atmosphäre: etwas beschwingt, etwas verwunschen, natürlich und gemütlich. Wer lieber draußen bleiben möchte, hat die Wahl zwischen der Holzterrasse zur Seeseite und den Sonnenplätzen hinterm Haus.

Auffällig ist der gleichermaßen freundliche, aufmerksame und flinke Service. Hunde werden besonders nett mit einem Wassernapf begrüßt. Man sitzt auf Bänken an längeren Tischen, an die auch Gruppen von sechs bis acht Personen bequem passen. Achtung: Bei der Bestellung werden viele Fragen gestellt. Am besten, man antwortet in der von der Servicekraft vorgegebenen Reihenfolge und plappert nicht einfach drauflos (wie ich es manchmal tue).

Die Karte bietet in angenehmer Reduktion Burger und Salate, wenige Extras (Brot, Fritten) und ein paar Desserts. Die Burger gibt es mit Rind, mit Huhn, vegetarisch oder vegan, in Sauerteig-, Mehrkorn-, oder Briochebrötchen oder ohne Brot. Die Salate punkten mit ungewöhnlichen Namen wie »Wilde Wiese« und »Gänseblümchen« und außergewöhnlichen Kombinationen, z. B. mit Wildkräutern, Ziegenkäsecrumble, Pinienkernen und Kürbiskerndressing.

Ich bin bei jedem Aufenthalt in Binz mindestens einmal im »Peter Pane«, oft auch in Gruppen: Bisher gab es nie einen Anlass zur Reklamation. Die Speisen kommen zügig, die Fritten sind heiß und knusprig, die Burger saftig, die Salate frisch, angerichtet wird auf hübscher Keramik. Über Portionsgrößen lässt sich trefflich streiten, ich finde sie großzügig bemessen. Dazu stehen auf jedem Tisch vier Soßen zur Auswahl, die alle ziemlich lecker sind. Die reguläre Speisekarte wird durch Saisonangebote ergänzt. Ende April 2018 etwa gehörte dazu ein Burger mit grünem Spargel, dicken, auf den Punkt gegrillten Stangen, luftgetrocknetem Schinken, Käse und Trüffelcreme, eine wunderbar ausbalancierte Komposition von großartigem Wohlgeschmack.

Beliebt sind vor allem die Menüs. Preisbewusste Genießer können mit »Peterʼs Mittagspause« für 8,50 Euro Hunger und Durst stillen. Dafür gibt es einen klassischen Burger, Fritten oder Coleslaw und ein Glas Limonade oder Eistee. Ich entscheide mich meist für die zweite Menü-Variante: Einen Burger nach Wahl, Fritten oder Salat, ein Kaltgetränk (Cola, Wasser etc. oder Bier) und ein Heißgetränk oder ein Dessert (Frozen Joghurt mit Beerensoße). Das einzige Problem: Man muss wählen zwischen den köstlichen breiten Pommes und dem ebenfalls leckeren Salat (ich kann mir meist die Pommes nicht verkneifen). Berechnet wird dafür der Preis für den Burger plus 4,90 Euro pauschal. Abends gibt es ähnliche Angebote mit Cocktails. (Alle Preise: Stand Mai 2018)

Mein Fazit: Eine absolut empfehlenswerte Adresse für die ganze Familie (inklusive Hund), zentral an der Seebrücke gelegen. Für alle, die ausgesprochen gelungene Burger und Salate lieben und eine gepflegte, dabei aber gänzlich unkomplizierte Gastlichkeit.

Von Leuten, die das mögen, scheint es eine Menge zu geben. Deshalb sollten Sie für den Abend unbedingt reservieren. Mittags stehen die Chancen nicht schlecht, spontan einen Tisch zu bekommen (zumindest in der Nebensaison und bei relativ frühem Erscheinen).

Ich freue mich zu erfahren, wie Ihnen das »Peter Pane« gefällt.

Burgergrill »Peter Pane«, Ostseebad Binz, Strandpromenade 23, Telefon 038393-666346, E-Mail: binz@peterpane.de; Reservierungen sind auch online möglich: https://www.peterpane.de/restaurants/binz-strandpromenade

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2 Gedanken zu “Lieblingslokal in Binz: Burgergrill »Peter Pane«

  1. Wir haben das Peter Pane letztes Jahr eher durch Zufall entdeckt, als wir (wie alle anderen 500 Leute) bei einsetzendem Starkregen von der Seebrücke geflüchtet sind. Zum Glück gab es zur Mittagszeit noch einen schönen Platz auf der überdachten Terrasse. Das Personal war sehr freundlich, das Essen und die selbstgemachte Limo total lecker 🍔
    Wir freuen uns schon auf den nächsten Besuch im Juli!

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