Gestatten: Schwanitz, Anna Schwanitz – eine Figur stellt sich vor (1)

Foto: Panthermedia

Ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung, warum ausgerechnet ich zu einer literarischen Figur wurde, noch dazu zu einer Hauptfigur. Und da meine Autorin Kriminalromane ersinnt, bin ich so eine Art Detektivin wider Willen, obwohl ich als Hotelfachfrau eigentlich in einer ganz anderen Branche arbeite. Schon zweimal musste ich mysteriöse Todesfälle aufklären. Ich lese zwar selbst gerne Krimis, am liebsten die Klassiker von Agatha Christie, vor allem die schrullige Miss Marple mag ich gern. Aber das qualifiziert einen ja nicht unbedingt zum Ermittler. Aber nun gut, die Spurensuche der Polizei gestaltete sich beide Male recht langwierig. Ich war näher dran und deshalb einfach schneller. Wenn es eine Eigenschaft gibt, die mich zur Detektivarbeit befähigt, dann ist es meine Neugier. Nicht in dem Sinn, dass ich klatsche und tratsche oder die Leute mit intimen Fragen nerve. Aber wenn mir etwas auffällt, das mir unlogisch erscheint, dann will ich unbedingt die Hintergründe und die Wahrheit herausbekommen. Da passiert es leicht, dass ich mich in die Sache verbeiße und alles drumherum vergesse.

Davon abgesehen bin ich absoluter Durchschnitt, völlig anders als Ermittler sonst in der fiktionalen Krimiwelt. Ich pflege keinen exzentrischen Lebensstil und keine ausgefallenen Hobbys, besitze weder Katze noch Hund oder Kanarienvogel, neige nicht zu Depressionen, rauche nicht. Okay, der Alkohol, das mag ein Thema sein. Also nicht für mich, aber es gibt Leser, die sich daran stören, dass ich zum Feierabend ein Glas Spätburgunder trinke. Nun gut, manchmal auch zwei. Ich bitte Sie. Die kennen offensichtlich nicht die Krimis aus einer Zeit, in der jeder Ermittler mindestens Kettenraucher war und ständig das gefüllte Whiskyglas auf dem Schreibtisch stehen hatte. Einen guten Wein schätze ich ebenso wie gutes Essen. Für mich muss ein Gericht aus frischen Zutaten perfekt zubereitet werden, das ist das einzige, was zählt. Und dazu gehört auch mal eine Currywurst mit scharfer Soße und knusprigen Fritten. Das Schlimmste ist diese entsetzliche Tiefkühlkostküche, in der alles vorgefertigt ist und nur noch durch die Mikrowelle gejagt wird … Aber ich merke gerade, ich komme vom Thema ab. Das ist manchmal der Fall, wenn ich mich aufrege.

Meine Autorin hat mir nämlich aufgetragen, ich soll mich meinen Lesern vorstellen. Wenn das so einfach wäre. Wer kennt sich schon selbst? Und bei denjenigen, die das von sich behaupten, bin ich immer ganz besonders skeptisch. Wenn ich das Gefühl habe, jemand belügt sich selbst oder macht sich was vor, dann kann es sein, dass ich ihm das ziemlich unverblümt sage. Nicht sehr diplomatisch, ich weiß. Manchmal schieße ich mit meiner Leidenschaft für Perfektion, Ehrlichkeit und Wahrheit auch übers Ziel hinaus. Aber ich habe kein Problem damit, einen Fehler zuzugeben und mich zu entschuldigen.

So viel für den Anfang. Demnächst mehr.

Ach so, wenn Sie wissen möchten, welche Fälle ich gelöst habe, dann klicken Sie hier:

Linstows Geheimnis. Rügenkrimi

Wer ohne Schuld ist. Ein Rügen-Krimi

 

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