Zehn Dinge, die Sie in Binz unbedingt machen sollten

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Wenn ich sonst Urlaub mache, möchte ich viel Abwechslung haben und ständig Neues erleben. Auf Rügen ist es anders, da freue ich mich auf die immer gleichen Rituale. Sie geben mir das Gefühl, hier in meinem zweiten Zuhause zu sein. Und so gibt es Dinge, die zu jedem Aufenthalt gehören. Meine Liste ist natürlich subjektiv und zudem von den spezifischen Bedingungen bestimmt: Ich reise mit der Bahn an und zwar ausschließlich in Frühjahr und Herbst, bin passionierte Fußgängerin, habe weder Hunde noch Kinder als Begleitung. Es würde mich freuen, wenn meine Empfehlungen auch Ihnen Vergnügen machen. Wenn Sie in Binz sind, sollten Sie unbedingt:

  1. Auf die Seebrücke gehen. Der erste Spaziergang gleich nach der Ankunft und der letzte zum Abschied führt mich auf die 370 Meter lange Seebrücke. Nirgends ist man dem Meer so nah. Ganz am Ende, von drei Seiten von Wasser umgeben, spürt man eine fast unendliche Weite, meint, über den Horizont hinaus blicken zu können, fühlt sich leicht und frei. Und auf dem Rückweg rückt das unverwechselbare Panorama der Promenade mit den prächtigen Villen und dem Kurhaus immer näher.
  2. Die Bäderarchitektur besichtigen. Möglichweise ist Ihnen der Herr mit dem markanten weißen Vollbart und dem ebenso weißen Haarschopf schon aufgefallen. Der Rundgang entlang der Binzer Villen, den Ortsführer Klaus Boy begleitet, ist unbedingt zu empfehlen. Er weiß einfach alles über die Entwicklung des Ortes von den bescheidenen Anfängen bis zur Gegenwart, erzählt wunderbare Anekdoten und lüftet manches Geheimnis. Die Teilnehmer erfahren zum Beispiel, warum die Villa Glückspilz als roter Backsteinbau aus der Reihe der weiß gestrichenen Holzhäuser im Bäderstil hervorsticht. Die Führung ist ungemein informativ, kurzweilig und unterhaltsam, für Kurkartenbesitzer zudem kostenlos. Sie müssen sich nur mittwochs um 10 Uhr vor dem Haus des Gastes einfinden und dann zwei Stunden einplanen (meist wird es etwas länger). Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
  3. Bernstein oder Hühnergötter suchen. Um ehrlich zu sein: Bernstein habe ich noch nicht gefunden. Der Strand von Binz gehört nicht zu den besten Claims, weder für das Gold der Ostsee noch für Hühnergötter (Feuersteine mit einem Loch). Aber wenn der Sturm Seetang in dichten Schichten anschwemmt, kann man viele Spaziergänger beobachten, die mit Stöckchen oder kleinen Harken darin herumstochern. Falls kein Bernstein zu entdecken ist: Schöne Muscheln, Möwenfedern, Steine und bizarr geformte Schwemmholzstückchen lassen sich bei jeder Strandwanderung aufsammeln und als Souvenirs mitnehmen.
  4. Durch die Granitz wandern. Dieser Buchenwald ist zu jeder Jahreszeit großartig. Ich liebe ihn vor allem im Frühjahr, wenn Buchwindröschen, Leberblümchen, Veilchen und später Maiglöckchen blühen und die Bäume allmählich in zartem Hellgrün erstrahlen. Zwei Ziele bieten sich an: zum einen das Jagdschloss, von Binz aus auf verschiedenen Wegen zu erreichen (etwa vier Kilometer, Infos im Haus des Gastes). Versäumen Sie nicht den Aufstieg auf den Turm über die schmiedeeiserne Innentreppe, der mit einer traumhaften Aussicht belohnt wird. Zurück (oder auch hin) können Sie den Jagdschloss-Express nutzen. Die zweite Möglichkeit: Sie wandern am Hochufer entlang bis Sellin und/oder retour (je nach Route sieben bis zehn Kilometer pro Strecke. Eine davon lässt sich alternativ mit der Schmalspurbahn, dem »Rasenden Roland«, oder dem Bus, Linie 20/22, ca. 20 Minuten, zurücklegen.
  5. Die Bücherinsel besuchen. Als ich zum ersten Mal in Binz war, gab es mindestens noch zwei, vermutlich sogar drei Buchhandlungen. Jetzt versorgt allein die Bücherinsel von Dörte Pietsch am Ende der Hauptstraße Urlauber und Einheimische mit frischer Lektüre. Wenn ich in Binz bin, schaue ich mich regelmäßig dort um, vor allem in der umfangreichen Abteilung der Rügenliteratur. Dort entdeckte ich zum Beispiel »Elizabeth auf Rügen« von Elizabeth von Arnim und die großartigen Erinnerungsbücher zur Geschichte der DDR, für die Schüler und Schülerinnen eines Gymnasiums in Bergen Zeitzeugen interviewen. Und natürlich bin ich neugierig auf die neuen Rügenkrimis meiner Autorenkollegen und –kolleginnen. Den einen oder anderen Titel für den Strandkorb finde ich in der Bücherinsel immer.
  6. Im »Freustil« essen. Für mich ist es das beste und originellste Restaurant der Insel, zugleich das zurückhaltendste. Trotzdem hat es sich inzwischen herumgesprochen, dass hier herausragende Qualität zu vergleichsweise günstigen Preisen serviert wird. Ralf Haug pflegt einen leichten, nordisch-frischen Küchenstil mit witzigen Akzenten. Es muss nicht das mehrgängige Abendmenü sein, jeden Mittag steht auf der Kreidetafel vor der Tür ein Lunchmenü zu sehr fairen 19 Euro angeschrieben. Dafür gibt es »natürlich feine Kost« (so der Slogan des Restaurants) in zwei Gängen (meist Hauptgang und Dessert, manchmal auch Vorspeise und Hauptgang, Mineralwasser und Kaffee). Weitere Informationen hier …
  7. Die Ruhe am Schmachter See genießen. Der Schmachter See liegt gewissermaßen auf der Rückseite des Ortes und bildet den Gegenpol und damit eine ideale Ergänzung zum Trubel auf Kurplatz, Promenade und Hauptstraße. Hier kann man die Seele wirklich baumeln lassen, in Gesellschaft von Möwen und Enten und mit sanft rauschendem Schilfgras und dem Plätschern des Brunnens im Hintergrund. Und hier lässt sich auch der Sonnenuntergang bestens beobachten. Die verschiedenen Stationen im »Park der Sinne« mit Irr-, Duft- und Rosengarten machen die Entspannung perfekt. Freitags findet der Schmachter Markt (Mai bis September, 9 – 15 Uhr) statt, auf dem regionale Spezialitäten angeboten werden.
  8. Nach Prora spazieren. Prora ist ein Ortsteil von Binz, den man gesehen haben muss. Denn vorstellen kann man sich die Dimensionen nicht: Die einst als Seebad für zwanzigtausend Urlauber geplante Anlage zieht sich in einer leichten Kurve über mehr als vier Kilometer hinter dem Dünengürtel entlang. Monumental, faszinierend, erschreckend. Von der kühnen Entwürfen der Nationalsozialisten bis zu den aktuellen Sanierungsprojekten diverser Immobiliengesellschaften hat der »Koloss von Prora« eine wechselvolle Geschichte durchlaufen, die von den jetzt Verantwortlichen gern verschwiegen wird. Doch die schier endlosen Reihen der Häuserblöcke symbolisieren auf das Anschaulichste den Größenwahn totalitärer Herrschaftssysteme. Wer mehr wissen möchte, besucht die Ausstellung des Dokumentationszentrums oder nimmt an einer Führung teil. Ich wandere bei jedem Aufenthalt einmal nach Prora, denn dort hat sich immer etwas verändert. Man kann am Meer entlanggehen (bis zur Mauer) oder auf der neuen Strandpromenade, mehrere Buslinien (22, 24,27), eine Regionalbahn und eine  elektrische Expressbahn bringen Sie ebenfalls ans Ziel oder zurück.
  9. Räucherfisch bei Kuse kaufen. Der letzte Fischer von Binz findet sich ganz am Ende der Strandpromenade, sein Boot gehört zu den meistfotografierten Motiven des Ortes. In fünfter Generation betreiben die Kuses Fischfang, Räucherei und einen Imbiss. Ja, hier ist es etwas teurer als an anderen Fischbuden. Doch es schmeckt köstlich, die Pfefferheringe sind sensationell. Fischbrötchen oder anderer Räucherfisch mit Brötchen oder Kartoffelsalat können mitgenommen oder gleich auf der windgeschützten Terrasse mit Meerblick verzehrt werden. Aber Obacht: Lassen Sie Ihr Essen nie unbeaufsichtigt, die Spatzen lauern auf Beute.
  10. Mit dem Schiff zu den Kreidefelsen fahren. Bequemer können Sie sich der weltberühmten Steilküste nicht nähern. Mehrmals täglich legen die Ausflugsschiffe an der Binzer Seebrücke ab, schippern durch die Proraer Wiek zu den Kreidefelsen mit dem 120 Meter hohen Königsstuhl. Vom Wasser aus haben Sie das Gesamtbild aus türkisfarbenem Meer, weiß leuchtenden Felsen und grüner Buchenbekrönung vor Augen. Ein eindrucksvolles Erlebnis. Mehr Informationen …

Was gehört für Sie unbedingt dazu, wenn Sie in Binz sind?

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