Zehn Dinge, die Sie in Binz unbedingt machen sollten

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Wenn ich sonst Urlaub mache, möchte ich viel Abwechslung haben und ständig Neues erleben. Auf Rügen ist es anders, da freue ich mich auf die immer gleichen Rituale. Sie geben mir das Gefühl, hier in meinem zweiten Zuhause zu sein. Und so gibt es Dinge, die zu jedem Aufenthalt gehören. Meine Liste ist natürlich subjektiv und zudem von den spezifischen Bedingungen bestimmt: Ich reise mit der Bahn an und zwar ausschließlich in Frühjahr und Herbst, bin passionierte Fußgängerin, habe weder Hunde noch Kinder als Begleitung. Es würde mich freuen, wenn meine Empfehlungen auch Ihnen Vergnügen machen. Wenn Sie in Binz sind, sollten Sie unbedingt: Weiterlesen

Die Ruinen von Dwasieden

Dwasieden-Marstall

Seit 2000 bin ich ein- bis zweimal jährlich auf Rügen, aber erst 2016 hörte ich etwas über Dwasieden, das »weiße Schloss am Meer«. In meinen klassischen Reiseführern war nichts darüber zu finden gewesen. Aufmerksam wurde ich durch einen Beitrag in »111 Orte auf Rügen, die man gesehen haben muss«. Das dort abgedruckte Foto mit den Säulen mitten im Wald machte mich neugierig. Das wollte ich sehen. Im Oktober 2018 klappte es endlich. Weiterlesen

Lieblingsessen in Binz: Lunch im Freustil

Binz-Freustil-(3)Dass es im Freustil abends großartige nordische Menüs gibt, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben. Das Freustil ist eines der besten Restaurants der Insel (für mich das beste) und wird von Restaurantführer wie dem Gault Millau (aktuell 16 Punkte und zwei Kochmützen) und anderen regelmäßig ausgezeichnet. Doch die sechs bis acht Gänge für äußerst faire 66 bis 86 Euro genießt man meist lieber am Abend, obwohl sie auch mittags zu haben sind. Weiterlesen

Lieblingscafé: Konditorei & Café »Torteneck«

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Ich gebe es ehrlich zu: Ich wäre nie auf das Café »Torteneck« aufmerksam geworden, hätte ich die Adresse nicht 2014 zufällig in einer Beilage der Zeitschrift »Der Feinschmecker« entdeckt, in der die besten Cafés Deutschlands vorgestellt wurden. Als ich das nächste Mal nach Binz kam, machte ich mich auf die Suche. Weiterlesen

Was ist neu in Binz zur Saison 2018?

Seit 2000 komme ich nach Binz, meist einmal jährlich, manchmal auch öfter. Der Ort hat sich in dieser Zeit extrem gewandelt, vor allem an der Promenade, wo die weißen Villen der Bäderarchitektur eine nach der anderen ihre prachtvolle ursprüngliche Gestalt zurückerhielten. Für mich ist es zu einer lieben Gewohnheit geworden, bei meinem ersten Rundgang darauf zu achten, was sich seit meinen letzten Besuch verändert hat. Hier meine Beobachtungen von Ende April 2018: Weiterlesen

Lieblingswanderung: von Göhren nach Binz

Diese Tour ist ein fester Programmpunkt jedes Rügenaufenthalts: von Göhren zurück nach Binz – rund fünfzehn abwechslungsreiche Kilometer.

Für die Hinfahrt nach Göhren haben Sie die Wahl zwischen der Bäderbahn »Rasender Roland« und dem Bus Linie 20. Der Zug ist etwas teurer und langsamer (44 zu 37 Minuten) und fährt seltener als der Bus, dafür ist die Anreise mit dem Dampfbähnchen ein nostalgisches Vergnügen und führt mitten durch die Landschaft, die anschließend durchwandert wird.

Wer sich Göhren ansehen möchte, steigt oben im Ort »Poststraße« aus, die Wanderung beginnt unten an der Bernsteinpromenade bzw. Haltestelle »Bahnhof«. Wer sich zuvor stärken möchte, kauft sich eines der leckeren Fischbrötchen in der »Räucherei« oder versorgt sich mit süßen Köstlichkeiten im Sanddornwaggon gleich nebenan.

Wir gehen bis Baabe auf der schnurgeraden Promenade, weil man im feinen weichen Sand des Nordstrands nur schwer vorankommt. So können die Blicke ungehindert von rechts nach links und wieder zurück pendeln: über die Dünen hinweg zur Ostsee auf der einen Seite und zu den Datschen und skandinavischen Holzhäuschen des Regenbogencamps auf der anderen. Die Ortsgrenze zwischen Göhren und Baabe ist nur durch eine Markierung im Pflaster zu erkennen. Spätestens am Selliner Südstrand, wo die Promenade endet, muss man ans Wasser wechseln. Die Seebrücke mit der Tauchglocke ist schon zu sehen, doch dazwischen liegt noch eine Biegung mehr als gedacht. Jetzt führt uns der Weg am Wellensaum entlang – je nach Wetter- und Wasserverhältnissen durch festen feuchten oder weichen Sand, später dann über Steine und Kies. Zur Linken ragt das Hochufer steil auf, von dem sich immer wieder mal Brocken ablösen, Bäume und Sträucher des Selliner Waldes mit sich reißend. Wir passieren wir die Bronzeskulptur »Kaysa« des Rostocker Bildhauers Thomas Jastram, die auf einem Felsen im Wasser steht, und wenn wir die Klippennase Quitzlaser Ort umrundet haben, liegt der Selliner Nordstrand mit der Seebrücke vor uns. Über die Holztreppe klettern wir 99 Stufen hinauf zur Wilhelmstraße (es gibt auch einen Lift).

In Sellin ist etwa die Hälfte der Strecke geschafft, beste Gelegenheit also für eine  Verschnaufpause. Früher hätte ich Ihnen den traumhaften Schokoladenkuchen im Restaurant auf der Seebrücke oder die köstlichen Plinsen in der Teestube Tschaikowski auf der Wilhelmstraße empfohlen. Doch leider ist die Teestube (und die Pension Tatjana) seit Herbst 2015 geschlossen und das Seebrückenrestaurant wurde in den letzten Jahren von verschiedenen Pächtern geführt, mit teilweise nicht überzeugendem Angebot. Wie es im Moment um die Qualität von Speisen und Getränken bestellt ist, vermag ich nicht zu sagen, denn bei meinem letzten Aufenthalt im März 2016 war um 11:30 Uhr noch nicht geöffnet.

Doch im Bäckereicafé der »Mecklenburger Backstuben« (Wilhelmstraße 22) fühlten wir uns gut aufgehoben. Kaffee und Kuchen schmeckten prima, der Cappuccino trug eine superdicke Milchschaumhaube, es gibt auch herzhafte Snacks. Auf der Wilhelmstraße finden sich noch zahlreiche weitere Bistros, Restaurants und Cafés für jeden Geschmack und Geldbeutel. Haben Sie vielleicht einen Tipp für mich?

Der zweite Teil der Wanderung ist gänzlich anders geartet als der erste. Es geht über die Granitz und das bedeutet: Buchen, Buchen, Buchen. Gehen Sie gleich hinter der Seebrückentreppe vor dem Hotel Kurhaus durch die Anlage rechts hinauf (oder über die Warmbadstraße, dann oben rechts halten). Der Weg führt im steten Auf und Ab zunächst noch relativ nahe an der Steilküste entlang und bietet immer wieder zwischen den Buchenstämmen traumhafte Durchblicke auf das smaragdfarben schimmernde Meer, bei klarer Sicht bis hin zu den Kreidefelsen. Doch Obacht vor tückischen Baumwurzeln, über die sich trefflich stolpern lässt. In den Geruch nach Meer mischt sich je nach Jahreszeit der zarte Duft von Buschwindröschen, Veilchen oder Maiglöckchen, im Herbst das erdige Aroma von Pilzen. Beim Aussichtspunkt Falkenberg (oder »Waldhalle«, nach einem inzwischen abgerissenen Ausflugslokal) biegen wir links ab ins Innere der Granitz. Der nördliche Weg weiter an den Klippen ist wegen der gefährdeten Abbruchkante nicht durchgängig begehbar. Übrigens ist es auch nicht möglich, am Strand entlang von Sellin nach Binz zu wandern, die Strecke ist durchgängig sehr steinig, und je nach Wellengang schlägt das Wasser bis an die Klippen.

Die ausgeschilderte Route führt mit einem Abstecher zum verwunschen wirkenden Schwarzen See (unbedingt empfehlenswert) bis zur Kreuzeiche und dann am Moorgebiet Große Wiese entlang, der Weg weitet sich zur teilweise mit Betonbohlen belegten Straße. Wir gehen durch die Teufelsschlucht zurück ans Ufer. Hier, am wilden Naturstrand von Binz, sind gern die Hobbybernsteinsucher unterwegs. Am Ende geht es noch wenige Meter durch Sand und über Steine und dann ist die Promenade von Binz erreicht. Alternativ kann man an der Teufelsschlucht auf der Höhe bleiben und später über eine steile Holztreppe absteigen.

Direkt am Beginn der Strandpromenade von Binz bietet sich die Fischräucherei Kuse an, den Abschluss der Wanderung gebührend zu genießen. Von der windgeschützten, sonnigen Terrasse schaut man auf die Binzer Seebrücke oder aufs Meer. Es gibt Kaffee, Softgetränke und Bier, zu essen allerdings ausschließlich Räucherfisch und sensationelle (sauer eingelegte) Pfefferheringe.

Ich wünsche viel Spaß beim Wandern und Genießen.

 

Lieblingslokal in Binz: Die Strandhalle

Es ist oft gar nicht so leicht, am Urlaubsort Lokale mit richtig guter Küche zu finden. Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass die Restaurants, die mit vollmundigen Anzeigen in den Touristeninformationen werben, nicht überzeugen. Und so habe ich die besten Adressen oft erst relativ spät entdeckt. So erging es mir auch mit der Strandhalle bei meinem ersten Urlaub in Binz im Jahr 2000. Sie liegt etwas versteckt fast am Ende der Promenade und macht nirgendwo Werbung. Wozu auch? Die Genießer finden die Strandhalle irgendwann trotzdem. In der Vorsaison hat man mittags manchmal das Glück, ohne Anmeldung einen freien Tisch zu bekommen, abends geht ohne Reservierung meist nichts.

Binz-Strandhalle

Beeindruckend ist zunächst die Halle selbst, die viel größer ist, als das Äußere vermuten lässt. Der Holzbau mit der hohen Decke wurde früher als Winterlager für Strandkörbe genutzt und im Sommer als Tanzsaal. Heute umfängt den Besucher sogleich eine Atmosphäre charmanter Plüschigkeit. Tische, Sessel, Sofas und Stühle präsentieren sich als bunter Mix aus den verschiedensten historischen Epochen und Stilen. Am schönsten sitzt es sich auf der hellen, verglasten Veranda mit Meerblick, doch die Plätze dort sind fast immer besetzt. Weiter hinten im Raum ist es etwas dunkler, aber dafür sehr gemütlich. Empfang und Service sind auch bei größerem Andrang ausgesprochen freundlich und professionell.

Die Strandhalle konzentrierte sich schon auf regionale Produkte, als das anderswo noch kein Thema war. Kurios, dass es ausgerechnet ein Ostwestfale ist, der traditionsreiche Gerichte der Insel präsentiert und neue kreiert. 1997 eröffnete der erfahrene Koch Toni Münsterteicher die Strandhalle, inzwischen ist sein Sohn in seine Fußstapfen getreten.

Die Karte ändert sich in jeder Saison, doch einige Gerichte halten sich (glücklicherweise) länger. Unbedingt empfehlenswert ist der Ostseedorsch unter der Kartoffelkruste: ein großes, saftiges Stück Fischfilet mit Schuppen aus knusprigen Kartoffelstreifchen, umgossen mit einer samtigen, hellgrünen Basilikumsoße und ergänzt durch Wirsing, bei dem nicht mit Sahne gespart wurde. Mit einer milden Birnen-Selleriesuppe vorweg und einem karamellisierten »Scheiterhaufen« mit Äpfeln und Vanilleeis als Dessert wird daraus der ultimative Menü-Klassiker, der die Lieblingsgerichte der Gäste vereint. Doch Achtung: Die Portionen sind üppig und gehaltvoll. Wer keinen ganz großen Hunger hat, sollte sich für die jeweils angebotenen kleineren Varianten entscheiden. Matjesfreunde werden mit einer reichhaltigen Platte verschiedenster Fischzubereitungen glücklich, die mit Bratkartoffeln und Gurkensalat serviert wird. Wer Deftiges mag, entscheidet sich vielleicht für Gademower Würstchen mit Speck umwickelt und im Bierteig gebacken, für Sauerfleisch oder gebratene Blutwurst. Daneben nimmt die Küche auch moderne Trends wie den spielerischen Umgang mit Texturen auf. Dafür stehen zum Beispiel Ochsenschwanzpraline, geräucherte Jakobsmuscheln, Parmesaneis und Olivenschnee. Auch Vegetarier und Veganer können sich kulinarisch verwöhnen lassen.

Die Qualität der Zubereitungen ist von gleichbleibend überzeugendem Niveau, geboten wird eine bürgerliche Küche im besten Sinne. In all den Jahren, die ich dort gegessen habe, oft auch in größeren Gruppen, gab es nie etwas zu beanstanden.

Als Aperitif empfiehlt sich Sekt mit einem Schuss Sanddornlikör, auch die Sanddornschorle ist lecker. Die Auswahl an offenen Weinen ist für ein norddeutsches Lokal in Ordnung, Biertrinker kommen sowie auf ihre Kosten, unter anderem mit den Spezialbieren der Störtebeker-Brauerei aus Stralsund, und als Digestif locken die großartigen(deshalb auch nicht ganz preiswerten) Brände der Ersten Edeldestillerie auf Rügen.

Welches ist Ihr Lieblingslokal in Binz und auf der Insel?

Strandhalle Binz, Strandpromenade 5, 18609 Ostseebad Binz, Telefon: (03 83 93) 3 15 64
Öffnungszeiten: Täglich von 12 bis 22 Uhr; Montag Ruhetag. Ab November: Di-Fr ab 17 Uhr, Sa-So ab 12 Uhr; Montag Ruhetag