Leseprobe: Tod an der Teufelsschlucht (5)

6-ParkplatzKatja stellte ihr Auto auf dem Parkplatz an der Jasmunder Straße ab. Aus dem Koffer holte sie ihre Joggingsachen, im Kulturbeutel fand sie glücklicherweise noch ein paar von ihren Schlaftabletten für Notfälle. In einem Spirituosengeschäft auf der Hauptstraße kaufte sie einen overproofed Rum aus Surinam mit über achtzig Prozent Alkoholgehalt, im Drogeriemarkt Einweghandschuhe und im Supermarkt Orangensaft, Zitronensirup, Aperol sowie eine Piccoloflasche Prosecco. In der Ferienwohnung stellte sie alles bereit.

 

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Leseprobe: Tod an der Teufelsschlucht (4)

Sie blickte sich um, als sähe sie diesen Ort zum ersten Mal. Dabei war alles wie an jedem Tag während der Hauptsaison, wenn es nicht regnete. Die Spatzen nahmen ein Sandbad neben den Hecken. Bei Gosch rückte ein Angestellter Hocker zurecht und verteilte Aschenbecher auf Tischen. In den Jagdschloss-Express kletterten beigefarben gekleidete Senioren, auf den Bänken saßen Urlauber im Halbrund und schleckten Eis. Die Uhr in der Mitte des Brunnens zeigte halb elf. Doch dann verschwamm das Zifferblatt, die Konturen der Menschen lösten sich auf, Katja nahm die Umgebung wie durch einen Schleier wahr. Mit Verwunderung bemerkte sie, dass sie weinte.

Sie ließ sich auf eine Bank neben dem Musikpavillon fallen, direkt an der Mauerbrüstung zum Strand. Von hier aus konnte sie weit auf das Meer blicken und niemand sah ihre Tränen.

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Leseprobe: Tod an der Teufelsschlucht (3)

3-KuseDie Terrasse der Fischräucherei Kuse lag im Sonnenschein. Erste Gäste trugen Teller mit Lachs- und Matjesbrötchen aus dem Geschäft nach draußen. Kaffeeduft vermischte sich mit Raucharomen. Katja hockte auf einer Bank und umklammerte mit beiden Händen den Henkelbecher vor sich auf dem Tisch.

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Leseprobe: Tod an der Teufelsschlucht (2)

In Höhe der Granitz begann der Kiesstrand, doch Katja kam es vor, als ob ihre Füße über die Steine hinwegschwebten. Ihr dicker Zopf wippte im Rhythmus der Schritte, die Haarspitzen stippten im Takt auf eine Stelle zwischen den Schulterblättern.

Der Weg beschrieb einen Bogen, die Steilküste senkte sich ein herab, Buchen wuchsen bis an den Strand heran. Vor der Teufelsschlucht, wo sie immer wendete, bewachten zwei Polizisten rot-weißes Flatterband, das träge im Wind flappte.

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Leseprobe: Tod an der Teufelsschlucht (1)

1-AussichtDer Tag versprach traumhaft zu werden. Katja lief auf dem Streifen zwischen Meer und Strand der Sonne entgegen und summte vor sich hin. War es überhaupt erlaubt, so glücklich zu sein? Manchmal konnte sie es kaum fassen. Mit Anfang vierzig einen Mann kennenzulernen, der aufmerksam und charmant war, blendend aussah und keine Kinder oder Exfrauen zu versorgen hatte – das glich einem Sechser im Lotto. Ihr war es wirklich und wahrhaftig passiert!

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Rosenstrauss am Strand – dekonstruiert

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Merkwürdige Funde am Strand von Binz im letzten März. Zuerst dachte ich, ein Liebespaar habe sie verteilt. Doch dafür lagen sie zu weit auseinander. Als ich am nächsten Morgen an ganz anderer Stelle noch diese gelben Rosen entdeckte, kam mir ein anderer Gedanke.

Vielleicht handelte es sich um die angeschwemmten Überbleibsel einer Seebestattung? Wer hat noch andere Vorschläge? Stoff für eine Geschichte?

Lieblingswanderung: von Göhren nach Binz

Diese Tour ist ein fester Programmpunkt jedes Rügenaufenthalts: von Göhren zurück nach Binz – rund fünfzehn abwechslungsreiche Kilometer.

Für die Hinfahrt nach Göhren haben Sie die Wahl zwischen der Bäderbahn »Rasender Roland« und dem Bus Linie 20. Der Zug ist etwas teurer und langsamer (44 zu 37 Minuten) und fährt seltener als der Bus, dafür ist die Anreise mit dem Dampfbähnchen ein nostalgisches Vergnügen und führt mitten durch die Landschaft, die anschließend durchwandert wird.

Wer sich Göhren ansehen möchte, steigt oben im Ort »Poststraße« aus, die Wanderung beginnt unten an der Bernsteinpromenade bzw. Haltestelle »Bahnhof«. Wer sich zuvor stärken möchte, kauft sich eines der leckeren Fischbrötchen in der »Räucherei« oder versorgt sich mit süßen Köstlichkeiten im Sanddornwaggon gleich nebenan.

Wir gehen bis Baabe auf der schnurgeraden Promenade, weil man im feinen weichen Sand des Nordstrands nur schwer vorankommt. So können die Blicke ungehindert von rechts nach links und wieder zurück pendeln: über die Dünen hinweg zur Ostsee auf der einen Seite und zu den Datschen und skandinavischen Holzhäuschen des Regenbogencamps auf der anderen. Die Ortsgrenze zwischen Göhren und Baabe ist nur durch eine Markierung im Pflaster zu erkennen. Spätestens am Selliner Südstrand, wo die Promenade endet, muss man ans Wasser wechseln. Die Seebrücke mit der Tauchglocke ist schon zu sehen, doch dazwischen liegt noch eine Biegung mehr als gedacht. Jetzt führt uns der Weg am Wellensaum entlang – je nach Wetter- und Wasserverhältnissen durch festen feuchten oder weichen Sand, später dann über Steine und Kies. Zur Linken ragt das Hochufer steil auf, von dem sich immer wieder mal Brocken ablösen, Bäume und Sträucher des Selliner Waldes mit sich reißend. Wir passieren wir die Bronzeskulptur »Kaysa« des Rostocker Bildhauers Thomas Jastram, die auf einem Felsen im Wasser steht, und wenn wir die Klippennase Quitzlaser Ort umrundet haben, liegt der Selliner Nordstrand mit der Seebrücke vor uns. Über die Holztreppe klettern wir 99 Stufen hinauf zur Wilhelmstraße (es gibt auch einen Lift).

In Sellin ist etwa die Hälfte der Strecke geschafft, beste Gelegenheit also für eine  Verschnaufpause. Früher hätte ich Ihnen den traumhaften Schokoladenkuchen im Restaurant auf der Seebrücke oder die köstlichen Plinsen in der Teestube Tschaikowski auf der Wilhelmstraße empfohlen. Doch leider ist die Teestube (und die Pension Tatjana) seit Herbst 2015 geschlossen und das Seebrückenrestaurant wurde in den letzten Jahren von verschiedenen Pächtern geführt, mit teilweise nicht überzeugendem Angebot. Wie es im Moment um die Qualität von Speisen und Getränken bestellt ist, vermag ich nicht zu sagen, denn bei meinem letzten Aufenthalt im März 2016 war um 11:30 Uhr noch nicht geöffnet.

Doch im Bäckereicafé der »Mecklenburger Backstuben« (Wilhelmstraße 22) fühlten wir uns gut aufgehoben. Kaffee und Kuchen schmeckten prima, der Cappuccino trug eine superdicke Milchschaumhaube, es gibt auch herzhafte Snacks. Auf der Wilhelmstraße finden sich noch zahlreiche weitere Bistros, Restaurants und Cafés für jeden Geschmack und Geldbeutel. Haben Sie vielleicht einen Tipp für mich?

Der zweite Teil der Wanderung ist gänzlich anders geartet als der erste. Es geht über die Granitz und das bedeutet: Buchen, Buchen, Buchen. Gehen Sie gleich hinter der Seebrückentreppe vor dem Hotel Kurhaus durch die Anlage rechts hinauf (oder über die Warmbadstraße, dann oben rechts halten). Der Weg führt im steten Auf und Ab zunächst noch relativ nahe an der Steilküste entlang und bietet immer wieder zwischen den Buchenstämmen traumhafte Durchblicke auf das smaragdfarben schimmernde Meer, bei klarer Sicht bis hin zu den Kreidefelsen. Doch Obacht vor tückischen Baumwurzeln, über die sich trefflich stolpern lässt. In den Geruch nach Meer mischt sich je nach Jahreszeit der zarte Duft von Buschwindröschen, Veilchen oder Maiglöckchen, im Herbst das erdige Aroma von Pilzen. Beim Aussichtspunkt Falkenberg (oder »Waldhalle«, nach einem inzwischen abgerissenen Ausflugslokal) biegen wir links ab ins Innere der Granitz. Der nördliche Weg weiter an den Klippen ist wegen der gefährdeten Abbruchkante nicht durchgängig begehbar. Übrigens ist es auch nicht möglich, am Strand entlang von Sellin nach Binz zu wandern, die Strecke ist durchgängig sehr steinig, und je nach Wellengang schlägt das Wasser bis an die Klippen.

Die ausgeschilderte Route führt mit einem Abstecher zum verwunschen wirkenden Schwarzen See (unbedingt empfehlenswert) bis zur Kreuzeiche und dann am Moorgebiet Große Wiese entlang, der Weg weitet sich zur teilweise mit Betonbohlen belegten Straße. Wir gehen durch die Teufelsschlucht zurück ans Ufer. Hier, am wilden Naturstrand von Binz, sind gern die Hobbybernsteinsucher unterwegs. Am Ende geht es noch wenige Meter durch Sand und über Steine und dann ist die Promenade von Binz erreicht. Alternativ kann man an der Teufelsschlucht auf der Höhe bleiben und später über eine steile Holztreppe absteigen.

Direkt am Beginn der Strandpromenade von Binz bietet sich die Fischräucherei Kuse an, den Abschluss der Wanderung gebührend zu genießen. Von der windgeschützten, sonnigen Terrasse schaut man auf die Binzer Seebrücke oder aufs Meer. Es gibt Kaffee, Softgetränke und Bier, zu essen allerdings ausschließlich Räucherfisch und sensationelle (sauer eingelegte) Pfefferheringe.

Ich wünsche viel Spaß beim Wandern und Genießen.